Dienstag, 8. Februar 2011

ART GALLERY
Für Reproduktionen und Porträt


huyhunggallery.com



    
Täglich führen meine Wege an diversen Galerien vorbei. Vollgestopft mit Bildern jeder Grösse, in diversen Stilen, Farben, unterschiedlichen Maltechniken, zum Teil mit und ohne Rahmen. Auf kleinen Stühlen sitzen mehrere Maler an der Arbeit. Meist sind es junge Menschen die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen. 

Heute besuchte ich die Huy Hung Art Gallery, an der 45 Hang Trong Str., und hoffte auf meine Fragen eine Antwort zu erhalten. Eine junge Frau nahm sich Zeit mir Bilder zu zeigen und meine Fragen zu beantworten. 

Müssen die Maler eine Kunstausbildung vorweisen um hier malen zu können?
Nein, das müssen sie nicht. Die Meisten haben eine 3 jährige Ausbildung an einer Kunstakademie hinter sich, aber es gibt auch Autodidakten denen diese Begabung quasi in die Wiege gelegt worden ist. 

Wer entscheidet was für Bilder gemalt werden?
Der Chef entscheidet was gemalt wird und auch wer was zu malen hat. Die Maler können nicht entscheiden was sie gerne malen würden.

Handelt es sich vorwiegend um Auftragsarbeit?
Ja und nein. Das Lager ist sehr gross und man kann aus dem bestehenden Sortiment auswählen. Natürlich kommen oft Kunden mit einer Fotografie eines Bildes, das sie gerne kopiert hätten, vorbei. Die Maler arbeiten gern auf Bestellung, den jeder erhält eine  Provision für jedes seiner verkauften Werke. 
In welchem Rahmen sich so eine Provision bewegt wollte sie mir nicht sagen. Ich schätze das wird nicht sehr viel sein.




Dào Hâi Phong




Wie lange dauert eine Arbeitswoche in ihrer Galerie?
Wir arbeiten 7 Tage in der Woche. Wir kennen keine freien Tage.  
                                    
Wie teuer kommt mich ein Bild mit der Grösse(z.B.) ca. 80cm/ 50 cm,    
Ein Bild dieser Grösse kostet etwa US$35. Die Bilder werden ins Ausland versendet. Sie beteuert, dass die Werke bis jetzt immer angekommen seien. Für den Versand muss mit nochmals US$45gerechnet werden. 
Alles in allem immer noch sehr günstig.

Gibt und gab es in diesen Ateliers auch Maler die durch ihre Arbeit bekannt wurden?          Ja, einer der bekanntesten Maler arbeitet in dieser Gallery. Er heisst Dào Hâi Phong



Es gibt grossartige Werke in dieser Reproduktionsgalerie und ich hätte absolut keine Probleme mir einige zu erstehen, aber leider scheitert das ganze an meinen Wohnräumen. 

Vielleicht hat der eine oder andere Leser ( den ich persönlich kenne) einen Bildertraum den er sich jetzt erfüllen möchte? 
Dann kann ich nur sagen; ergreife die Gelegenheit! Einfach eine E-Mail an mich senden.




       

Montag, 7. Februar 2011

Der Zufall


Der heutige Tag war sehr unspektakulär und es schien als gäbe es nichts Neues zu berichten. Ich war knapp  200 Meter von der Haustüre entfernt da sprach mich ein Irländer an. Er suchte den Weg zum grössten See dieser Stadt. Zur Präzisierung meinte er, es stünde eine Pagode im See. Wir standen in einer kleinen Gasse, ich war vorher in Gedanken und brachte keinen anständigen Satz auf Englisch zu stande. Als dann mein Orientierungsinn noch ins Spiel kommen sollte, da blinkten in meinem Kopf nur noch die roten Lämpchen "Error". Ich empfahl ihm alles gerade aus zu gehen und setzte meinen Weg fort. 
Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, ich hatte die Orientierung wieder und mir wurde schlagartig klar, so kommt er nie zum Westlake. (meiner Meinung nach der grösste See mit einer Pagode darauf). So seine Beschreibung. 
Ich rannte ihm nach, damit ich ihn auf den richtigen Weg schicken konnte. Er fragte mich, ob ich Lust hätte ihn zum See zu begleiten. Ich musste schon kurz überlegen, den der Westlake ist nicht gerade um die Ecke. Verpassen würde ich zu Hause eh nichts und es war eine gute Gelegenheit mal wieder Englisch zu sprechen. Er erzählte, dass er Schauspieler von Beruf sei und aus Irland komme. In Paris hatte er seine Ausbildung abgeschlossen und reist nun um die Welt. Seit vier Tagen ist er in Vietnam und Morgen fliegt er weiter nach Bangkok. 
Mittlerweile hatten wir den Westlake erreicht und nicht ohne Stolz zeigte ich mit dem Finger auf die Insel mit der Pagode und auf die Weite des Sees. Sehr begeistert schien er nicht zu sein, er meinte nur, wieviele Seen den Hanoi habe. Hanoi hat 110 Seen und heisst nicht umsonst auch die Stadt der Seen. Jetzt stellte sich heraus, dass er eigentlich auf der Suche nach seinem Hotel war und sich am Hoan Kiem See orientiert hatte. Das war ja auch eine gute Idee, nur war er sich nicht bewusst, dass es ausser diesem See noch 109 weitere gibt und der Hoan Kiem einer der kleineren Seen ist. Gemeinerweise gibt es darin ebenfalls eine kleine Insel mit einer Pagode darauf.
Ttja dumm gegangen! Alles wieder zurück. 
Nur, auf den Weg zum Hoan Kiem See hatte ich definitiv keine Lust mehr. Habe ihm den Weg dorthin beschrieben  und wenn er die Beschreibung genau so befolgt hatte, dann müsste er angekommen sein.
Mein sportliches Pensum ist für heute erfüllt. Es war durchaus ein abwechslungsreicher Ausklang des heutigen Tages und meinem Englisch hat es auch nicht geschadet!


Hoan Kiem Lake






Sonntag, 6. Februar 2011

fashionalble / trendy / stylish / modish
                      
Verkäufer bei N&M
Wie auch immer man es nennen möchte, es ist alles das Gleiche. 
Seit einer Woche halte ich Ausschau nach trendigen Jugendlichen. Es gibt Meeting Points wo sie zu Hauff anzutreffen sind. Der Kleidungsstil ist ähnlich und, man kennt sich untereinander. Ich wollte sie an verschiedenen Orten dieser Stadt,  möglichst einzeln, entdecken.
In einem Kaffee, im Park, am See, in einem Geschäft. 
Auch in Hanoi sind die sozialen Unterschiede gross. Die Einen kämpfen ums tägliche Überleben, andere können sich alles leisten. ( wie überall )! Ich will nicht mit den Ärmsten vergleichen, das macht bei diesem Thema keinen Sinn. 
Zum Veranschaulichen ein Beispiel das ich heute in einer aktuellen Zeitschrift gefunden habe: www.wordhanoi.com 
Ein vietnamesischer Englischlehrer an einem öffentlichen Institut verdient im Monat  US$200. 
Ein ausländischer (nativ) hat bei einer 20 Std. Woche US$ 1`400. Sein anfänglicher Stundenansatz beträgt US$ 18 und steigt dann bis auf $ 20. 
Wenn ich die Stellenausschreibungen in Hanoi studiere, dann gibt es für Ausländer etliche Jobangebote mit einem  monatlichen Einkommen von $ 1000. Bei den Lebenskosten hier, ist das sicher ein gutes Einkommen. Das aktuelle pro Kopf Jahreseinkommen liegt bei etwa US$1000.  
Das sind einige Anhaltspunkte um überhaupt einen Vergleich anstellen zu können.
Kleider, Schuhe und Accessoires findet man in allen Qualitäten und Preisklassen. Bei der Kleidung ist die Qualität oft auf einen Blick erkennbar. Labels haben auch hier ihren Preis. Eine Jeans von Calvin Klein kostet um die $140. 
Accessoires mit klangvollen Namen wie, D&G; Versace; Louis Vuitton, die man auf dem Strassenmarkt erstehen kann sind Fälschungen. Deshalb billig und beliebt. (!) 


Meine fotografierten und befragten Personen mussten Hanoianer sein




Vorname:             Lot Quan
Alter:                    22
Beruf:                   Student
Lieblings Label:   Hugo Boss 
Ausgaben mtl.      US$ 500                             
für Kleidung und Kosmetik, inkl. Frisör










Name:                 Nguyen Dung Hieu
Alter:                   19
Beruf                   Student
Labels:                D&G
Ausgaben mtl.     US$25
für Kleidung und Kosmetik, inkl. Frisör








Name:                 Minh
Alter:                   21
Beruf:                  Student
Labels:                Calvin Klein, Ralph Lauren
Ausgaben mtl.     US$500
für Kleidung und Kosmetik, inkl. Frisör
                        






Name:                  Phuonglinh
Alter:                    14
Beruf:                   Schülerin
Labels.                 Keine
Ausgaben mtl.      US$15
für Kleidung und Kosmetik








Name:                  Lien
Alter:                    21
Beruf:                   Student
Labels:                 Armani Exchange
Ausgaben mtl.      US$300
für Kleidung und Kosmetik, inkl. Frisör












Vorname:            Oanh (Kim)
Alter:                   25
Beruf:                  Student
Labels:                keine 
Ausgaben mtl.     US$250
für Kleidung und Kosmetik, inkl. Frisör








Es war die Neugierde die mich trieb dieses Thema anzugehen, dazu Beispiele zu suchen und zu vergleichen. Die finanziellen Mittel sind sehr unterschiedlich, lassen einen entsprechend grossen oder eben kleinen Spielraum für Kleiderträume und Lebensstil offen.








Samstag, 5. Februar 2011

Woran ich mich nie gewöhnen werde!!!!

Seit meinem ersten Besuch vor zwei Jahren, finde ich eine Sache wirklich widerlich, das ist der Umgang mit den Körperausscheidungen.                         (die Kopflastigen).
Wir sind uns gewohnt, bei Bedarf ein Taschentuch aus der Packung zu ziehen oder WC- Papier zu benutzen, wenn wir unsere Nase schnäuzen müssen. Die Vietnamesen machen das nicht, sie schnäuzen auf die Strasse und das in aller Öffentlichkeit. Es gehört hier zum täglichen Leben. Wenn man Pech hat, kanns ganz schön in die Haare gehen! Mein Nachbar von Gegenüber spuckt nämlich im hohen Bogen vom Balkon runter. Keine Gelegenheit wird ausgelassen. Der Taxifahrer öffnet seine Türe und spuckt, der eine machts aus dem Hauseingang, ein anderer artig in die Strassenrinne, die Geräusche im Vorfeld lassen einen schon erahnen was jetzt kommt! 
Bin ich am Joggen im Park, dann habe ich manchmal das Gefühl es handle sich um eine Volkssportart trainiert von Männlein und Weiblein: 
Die Supermärkte führen in ihrem Sortiment alle Arten von Papiertaschentücher, das lässt auf eine Trendwende hoffen!
Auch das gehört nunmal zum Stil........ ( in welche Kategorie kann jeder selber entscheiden)
vielleicht die Mouchoir-Zukunft




Freitag, 4. Februar 2011


Westlake
 
(Ho Tay)

Nachdem der Taxifahrer mich gestern, trotz schriftlichem Ziel, nicht an meinen auserwählten Ort gebracht hatte, habe ich mich heute entschieden nochmals einen Versuch zu starten.

Im späteren Morgen stellte ich mich an den Strassenrand und wollte ein Taxi ordern. Alle Taxis waren besetzt oder bereits bestellt. Irgendwann war ich der Warterei überdrüssig und machte mich in Richtung Bahnhof auf. Ich war mir sicher dort ein freies Taxi zu finden. Leider war das nicht der Fall. Ich setzte meinen Fussmarsch fort in Richtung Literaturtempel, da gibt es auch einen Taxiplatz, vielleicht bin ich dort erfolgreicher. Auf dem Weg dorthin erwischte ich eines. 
Ich wollte heute zum Westlake. Er ist mit seinen 538 ha der grösste See in Hanoi und ein beliebtes Ausflugsziel. Da er weniger als 2 m tief ist muss er regelmässig ausgebaggert werden. 
Es ist schön am See entlang zu schlendern, weniger mit Blick ins Wasser, den das ist absolut widerlich und gibt mir ein Rätsel auf, wie Fische darin leben können. Das müssen wahre Überlebenskünstler sein.

Damm zur Pagode
Chua Tran Quoc
Über die Feiertage strömen die Menschen in die Pagoden. Die älteste steht auf einer Insel im Westlake. Es ist die Pagode der Verteidigung der Nation ( Chua Tran Quoc). Sie kann über eine Dammstrasse erreicht werden.
Ihre Geschichte geht auf das 6. Jh. zurück.



Nach dem Besuch der Pagode habe ich mir Raucherstäbchen gekauft um zu Hause den Kleiderschrank zu parfümieren. 
Danach machte ich mich auf in Richtung Ho-Chi-Minh-Mausoleum.
Der riesige Komplex konnte jedoch nur von weitem betrachtet werden was ich nicht sehr spannend fand. Ich entschied mich irgendwo eine Kaffeepause einzulegen, was sich als nicht ganz einfach herausstellte, weil über die Festtage die meisten Restaurants und Kaffees geschlossen haben. Fand dann noch eines, musste aber 20% mehr bezahlen über die Feiertage. Es gibt Momente im Leben da bezahlt man auch 50% mehr.....


Den Rest des Nachmittags verbrachte ich lesend im Park. Er war heute ein riesiger Vergnügungspark und Ziel vieler Familien. Ein Eyecatcher waren all die schön gekleideten Menschen. Es wurde fotografiert was das Zeug hielt.







Wie man sehen kann, hat die Sonne Hanoi plötzlich doch noch gefunden und verwöhnt uns mit 24 Grad. Eine Wohltat!











Donnerstag, 3. Februar 2011









Auf dem Weg ins TET- Neujahr 


steht im Zeichen der Katze (einmalig haben nur die Vietnamesen) bei den Chinesen ist es das Jahr des Hasen









Sehr eigenartig kommt es einem vor, wenn plötzlich die Gehsteige leergeräumt und blankgeputzt sind. Jeder der es bis jetzt versäumt hat, der putzt noch seinen Geschäftsboden, poliert sein Motorrad oder bringt den Lack seines Autos auf Hochglanz. Aber nicht nur Gegenständliches ist vor dem Putzlappen nicht sicher, nein, jeder holt das Bestmögliche aus sich raus! Die Damen stürmen die Frisörgeschäfte und lassen sich Locken legen, den das ist hier absolut Top. Die schönen geraden Haare der Vietnamesinnen werden zu Löwenmähnen umgestylt. Sogar die Grossmütter zieren das Strassenbild mit Lockenwicklern im Haar, das zu den pludrigen Pyjamahosen.... na ja, nicht gerade Stilikonen, aber das interessiert hier niemanden. Die Männer lassen sich das Gesicht mit dem dicken Rasierpinsel einschäumen und danach wird glattrasiert. Währenddessen stehen die Damen schwatzend daneben. Im Wissen den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben, den Mann kann nichts erwidern! (und das Kriegsbeil hat über die Festtage zu ruhen, das ist eine Vorschrift!) 
Die Kinder werden in die Badewanne gesteckt um den  Schmutz des alten Jahres abzuschrubben. Der darauffolgende Tag ist garantiert Wasserfrei für sie, den sonst würde man ihnen das frische Glück des neuen Jahres wegwaschen. ( das wäre unverantwortlich).
Man nimmt das Nachtessen innerhalb seiner Familie ein, denn nicht nur alle Geschäfte haben geschlossen, sondern auch alle Restaurants.
Ich wurde von unseren Kollegen spontan zum Essen eingeladen, mit anschliessendem Besuch des Feuerwerkes.

Zum grossen Glück gibt es hier die Strassenverkäufer, so konnte ich noch einen schönen Rosenstrauss erstehen um nicht mit leeren Händen da zu stehen.

Kaum bei ihnen angekommen musste ich den wunderschönen Pfirsichblütenbaum bewundern. Ein absoluter Traum. Habe viele gesehen, aber der ist schon alt und hat einen dicken Stamm, Bonsaiähnlich. Wichtig sind die Blüten und vorallem die Knospen. (Symbolisiert die Erneuerung und bringt Glück im neuen Jahr).
Der Herr des Hauses meinte, der hätte ihm gerade ein schönes Loch ins Budget gerissen. 
Vor dem Essen wurde den Küchengöttern  Opfergaben auf den Altar gelegt und Räucherstäbchen angezündet. Dazu wurde gebetet. 
Das machen sie zweimal im Monat, im Rhythmus des Mondkalenders.
Danach gabs ein unkompliziertes Essen. Eine Po (Suppe) mit Poulet und Shrimps. Sie hatte einen Sud auf dem Herd dem wurden lange, weisse (sie sagt es wären keine Reisnudeln?) Nudeln beigefügt, welche mich an unsere Nylonschnüre erinnerten. Sie liessen sich nur mit einer Schere zerkleinern, man konnte sie nicht brechen. Aus dem Kühlschrank wurde ein gekochtes, ganzes Huhn geholt und davon mit der Schere einige Stücke weggeschnitten. Diese zerkleinert und der Suppe beigefügt. Schmeckte gut, leider habe ich meiner Suppe etwas viel Chilisauce beigemischt und kam beim Essen ganz schön ins Schwitzen! Zur Suppe gabs eine Trendwurst. Sie wird aus Schweinefleisch hergestellt und gespickt mit Schweineöhrchen. Das knackt so schön beim Kauen. Sie schmeckt mir nicht speziell, aber weil ich nicht ganz ehrlich war 
(während TET sollte nicht geschummelt werden) musste ich mir noch einige Stücke davon einverleiben. 
Nach dem Essen zeigten sie mir den grossen Altar. Dieser steht im obersten Stockwerk ihres Hauses. Er ist sehr gross, imposant und vollgepackt mit allerlei. Darauf findet man Früchte, Milch, Zigaretten, Papiergeld und vieles mehr. Die Nahrungsmittel werden nach einigen Stunden wieder weggenommen und verwendet. Man gibt sie zuerst den Göttern als Gaben ins Jenseits und nimmt sie danach gesegnet zurück. Es werden Geldscheine( keine Echten) für die verstorbenen der Familie verbrannt. Es dreht sich vieles um die Ahnen. Allgemein spielen die Wurzeln der Familie eine grosse Rolle.

Mittlerweile ist es 22.00 Uhr, wir brechen auf zum Hoan Kiem Lake den da gibt es pünktlich zum Jahreswechsel ein grosses Feuerwerk.
Überall pilgern Menschen, erwartungsvoll,  Richtung See. 
Damit wir auch wirklich etwas sehen konnten, und ihr Mann von 
Beruf Fotograf , für die Presse Bilder machen musste, entschieden 
sie Eintritt für einen Logenplatz zu bezahlen. Die Restaurantterrasse bot freie Sicht über See und Himmel. Das freute auch ihren kleinen Sohn, der sonst wohl nicht so viel vom Ganzen mitbekommen hätte. 
Mit Spannung wurde das neue Jahr erwartet.... kurz vor Mitternacht schaut jeder auf sein Handy, Wein zum Anstossen wurde an den Tischen verteilt ... und dann erste Knaller als
Auftakt zu einem gigantischen, fast nicht endend wollendem Feuerwerk.



Danach wurde angestossen und an die Kinder die heissbegehrten roten Kuverts, gefüllt mit Geld, verteilt. Ein solches Programm ist anstrengend und macht nicht nur Kinder müde. Aufbruch mit Ziel Bett. Auf dem Heimweg kaufte ich dem Kleinen noch einen Ballon und den Grossen wurden überall Glückssymbole zum Kauf angeboten.






Abgesehen von den religiösen Ritualen, nicht so anders als bei uns. Aber gerade diese Verbundenheit mit ihrer Religion, in der die Ahnen eine zentrale Rolle spielen, berührte mich. Vieles ist Aberglaube, aber sehr intensiv gelebt von Alt und Jung. 
Ich hoffe, dass sie sich das noch lange bewahren können.

                                                           - Chúc Mung Nam Moi-
                                                                     Happy New Year
                                              






Dienstag, 1. Februar 2011

Wasserpuppentheater







Kumquatbäume

Heute ist der Abend vor TET. Wer noch keinen Pfirsichblütenbaum oder Kumquatbaum hat der kauft ihn sich heute. (Vergleichbar mit unsern Tannenbäumen). Darüber habe ich bereits in einem früheren Post berichtet.
Quynh hatte mir am Morgen geschrieben, 
sie würde heute auf den Flowermarket und dort einen Pfirsichblütenbaum erstehen, ob ich Lust hätte sie 
zu begleiten? Natürlich, die TET-Blumenmärkte sind sehr bekannt und ich hatte sowieso einen Besuch geplant. Leider regnete es aber plötzlich heftig und so fiel dieser Ausflug, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser!




Ich entschloss mich dafür das Wasserpuppentheater zu besuchen. 
Stuckatur der Decke
Es wird in jedem Reiseführer als sehenswert beschrieben, 
aber so richtig Lust dazu hatte ich nie. 
Heute wars mir jedoch plötzlich danach!
Ich stellte mich in die Schlange vor der Kasse und erstand ein Ticket. 
Das Theater wurde kürzlich renoviert und 
ist recht schön geworden. 
(ausser die Toiletten, kein Vietnamstandart!!!!!grrrrrrrrr!!!!). 


Wasserpuppentheater?
eine Szene
Musikerinnen


Gespielt wird im Wasser. Das Wasser ist die Bühne und darauf steht die Kulisse. Die Puppen werden  im Wasser geführt ohne dass der Zuschauer die Spieler zu Gesicht bekommt. 
Das Theaterspiel wird musikalisch begleitet, was sehr schön ist.  
Allein die Instrumente sind ein Erlebnis, optisch wie akustisch.
Es gibt zwei Sprecherinnen, die den Figuren ihre Stimme leihen. 
Ich war beeindruckt und fasziniert. Das ganze war sehr stimmungsvoll gemacht, mit Kerzenlicht und schönen "special Effects". Eine absolut lohnenswerte Attraktion.
Die Spieler aus dem Hintergrund